Als am 3. Oktober 1990 mit dem Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland die Existenz der Deutsche Demokratischen Republik endete, befand sich ihre Geheimdienstbehörde, das Ministerium für Staatssicherheit, im Volksmund "Stasi" genannt, längst in der Auflösung. 1989 arbeiteten für diese Behörde 85.500 Hauptamtliche, sowie schätzungsweise 174.200 sogenannte "IM", Inoffizielle Mitarbeiter. Damit kam auf 62 Einwohner der DDR je ein MfS-Mitarbeiter.

Die Zentrale dieses riesigen Apparates lag in der Normannenstraße, Berlin-Lichtenberg. Von 1950 an wurde dieser Gebäudekomplex systematisch erweitert und ausgebaut, bis er zuletzt einer Stadt in der Stadt glich. Etwa 21.000 Menschen koordinierten von dort die Tätigkeiten des Geheimdienstes. Von 1955 bis zur Auflösung des MfS im Jahre 1990 wurde die Behörde vom Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke geleitet. Sein Büro lag im zweiten Stock des Hauses Nr.1, im Zentrum der schwer gesicherten Anlage. Bei der - vom MfS inszenierten - Besetzung der Zentrale in der Normannenstraße am 15. Januar 1990 betraten erstmals normale Bürger diese Räume.